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FERSENSCHMERZEN
chronische Fersenschmerzen, Hackenschmerzen

13. Extremitätenschmerz (Gliederschmerz)
13.2 Beinschmerz
13.2.3 Fußschmerzen
13.2.3.1 Fersenschmerzen

Fersenschmerzen (Hackenschmerzen) können verschiedene Ursachen haben.

Fersenschmerzen hervorgerufen durch einen Fersensporn:
Als hinterer
Fersensporn wird ein dornartiger Knochen auswuchs (Exostose) am bzw. vor dem Achillessehnenansatz bezeichnet; für den oberen Fersensporn verwendet man den Begriff "Haglundferse". Beim unteren Fersens porn, auch plantarer Fersensporn (= die Fu ßsohle betreffender Sporn) genannt, befindet sich die Exostose an der Unterseite des Tuber calcanei (= Fersenbeinhöcker). Dann gibt es noch den "Aponeurosensporn" (= Sporn an einer Sehnenplatte) am Ursprung der kleinen Fuß muskeln und weiter vorne den "Ligamentsporn" (= Sporn an einem Gewebsband) als Überlastungsschaden infolge Senkung des Fußgewölbes. Auch diese Sporne können Fersenschmerzen verursachen.

Weitere möglichen Ursachen für Fersenschmerzen:

Bei der sog. Achillodynie handelt es sich um vor allem bei Belastung des Beine s auftretende Fersenschmerzen (Hackenschmerzen), wobei die Achillessehne und der darunter liegende Schleimbeutel beteiligt sind, z.B. bei Periostitis calcanei (= Knochenhautentzündung des Fersenbeins) oder Achillobursit is (= En tzündung des Schleimbeutels zwischen Fers enbein und Achilless ehne) als Unfallfolge.

Fersenschmerzen sind häufig ein Frühsymptom (= frühes Krankheitszeichen) des Morbus Bechterew.
Der Morbus Bechterew, auch als Spondylitis ankylopoetica oder Spondylitis ankylosans bezeichnet, tritt hauptsächlich bei Männern im jugendlichen und mittleren Alter auf. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch eine schleichende, ankylosierende (= versteifende) Kyphosebildung (= Krümmung der Wir belsäule), die zu der typischen, vornüber gebeugten Haltung führt. Betroffen ist die Wirbelsäule unter Beteiligung der Iliosakralgelenk
e (= Pseudogelenk zwischen Kreuzbein und Darm beinschaufeln). Bei Mitbeteiligung auch der großen Gliedmaßengelenke spricht man von der Bech terew-Marie-St rümpell Krankheit.

Bei der Coalitio calcaneonaviculare liegt eine angeborene Verschmelzung des Kahnbeins (Os naviculare) mit dem vorderen Fortsatz des Fersenbeins vor.
Bei der Coalitio talonaviculare betrifft die Verschmelzung den vorderen Fortsatz des Fersenbeins und das Sprungbein (Talus).
Beide Synostosen (= knöcherne Verwachsung benachbarter
Knochen) gehen häufig mitFersenschmerzen einher.

Selten kann ein Calcaneus bifidus zu Fersenschmerzen (Hackenschmerzen) führen. Dabei besteht infolge ausgebliebener Verschmelzung (Fusion) seiner beiden Ossifikationskerne (= Knochenbildungskerne) ein zweigeteiltes Fersenbe in.

Therapie von Fersenschmerzen (Hackenschmerzen)

Neuerdings wird bei Fersenspor n die sog. extrakorporale Stoßwellenbehandlung propagiert. Bei dieser Methode werden hochenergetische Druckimpulse unter Wasser eingesetzt. Bewährt hat sich die Methode bisher zur Zertrümmerung von Nieren - und Gallensteine.
Des weiteren kann bei Fersenschmerzen eine Iontophorese (= Einbringen eines Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom) (z.B. mit Diclofenac) versucht werden. Auch eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann hilfreich sein, gleiches gilt für die Magnetfeldtherapie.

Patienten mit Fersenschmerzen (Hackenschmerzen) kommen meist dann erst zum Schmerztherapeut en, wenn selbst ein chirurgischer Behandlungsversuch (z.B. Abtragung von Exostosen (= Knochenauswüchsen)) keine Schmerz linderung brachte.
Mit der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) können Fersenschmerzen oft erfolgreich behandelt werden. Die Infiltration mit einem Lokalanästhetikum (auch mit Kortikoidzusatz) ist allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich deshalb kaum zur serienmäßigen, wiederholten Anwendung.

Besser sind wiederholte Blockaden des den Fe rsenbereich sensibel (= die Empfindung betreffend) versorgenden Nervus ischiadicus, in hartnäckigen Fällen optimal kontinuierlich mit Katheter.

Bei der kontinuierlichen Blockade des Nervus ischiadicus wird (für ca. 10-14 Tage) ein dünner Kunststoffschlauch von der Oberschenkelrückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach längerer Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Sch merz en, die durch entzündliche oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn zu löschen.

In aller Regel beruht der Sch merz bei einem Fe rsensporn ja auf einer umschriebenen Entzündung der örtlichen Knochenhaut.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) selbst auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Zu diesem Wahlrecht gibt es mittlerweile auch ein Urteil des hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR 2/05):Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen. (Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten. Eine Revision gegen die Entscheidung ließ das Gericht erst gar nicht zu).

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Aktualisiert:>10.11.2008</> kusb&
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