Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS
8-918).
Auch private Krankenversicherungen übernehmen i.d.R. die Kosten
(gemischte Krankenanstalt).
Schmerz / Schmerzen im Oberschenkel
Als Oberschenkel wird der obere, körpernahe Abschnitt des Beines bezeichnet. Er ist mit Beck e n und Unterschen kel durch das Hüft- bzw. Kn iegelenk verbunden.
Sensibel (= die Empfindung, auch Schmerzempfindung betreffend) wird dieser Körperabschnitt aus dem P lexus lumbal is (= von den vorderen Ästen der Rückenmarksnerven der Lendensegmente L1-4 gebildetes Nervengeflecht) versorgt:
Läsionen (= Funktionsstörungen) der genannten Nerven können zu Schmerzen in den aufgeführten Versorgungsgebieten führen, meist aber nicht isoliert im Oberschenkel-Bereich. So kommt es z.B. bei einer Störung des N. genitofemoralis häufig zusätzlich zu einem Schmerz in der Le iste, manchmal sogar auch im H oden. Ist der Nervus ischiadicus betroffen schmerzt häufig auch der Unterschen kel.
Alleinige, isolierte, chronische (= länger als 3 Monate anhaltender) Schmerzen im Oberschenkel treten eigentlich nur bei zwei Erkrankungen auf:
ad 1: Bei einer Affektion (= Störung, Erkrankung) des N. obturatorius kommt es zu Schmerzen im distalen (= vom Körper entfernten) Anteil des inneren Oberschenkels (Knieinnenseite).
Mögliche Ursachen:
In seinem relativ achsennahen Verlauf kann der Nerv durch benachbarte Prozesse
geschädigt werden, z.B.:
ad 2: Bei der
Meralgia paraesthetica
liegt eine isolierte Neuritis
(=
Nervenentzündung)
des Nervus cutaneus femoris lateralis vor. Dieser Nerv entstammt dem Plexus
lumbalis (= Nervengeflecht im Lendenbereich)
und verläßt das Beck en dicht an der Spina iliaca anterior superior
(= vorderer, oberer Darmbeinstachel)
und dringt hier durch die Fasern des Leistenbandes, wo er leicht eingeengt
werden kann.
Die Krankheit äußert sich in brennenden
Schmerzen im Oberschenkel und Empfindungsstörungen an der Außenseite sowie Druckschmerz
medial
(= in Richtung auf die Körperachse)
des vorderen oberen Darmbeinstachels. In seltenen Fällen treten die
Beschwerden beiderseitig auf.
Mögliche Ursachen:
Zur Behandlung der Meralg ia paraest hetica gibt es 2 operative Techniken, die Dekompression und die Durchtrennung des Nervs. Diese sollten aber nur durchgeführt werden, wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind.
Spezielle Schmerztherapie bei Schmerzen im Oberschenkel
Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin Schmerzen im Oberschenkel, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach den Schmerzen und deren Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Länger bestehende Schmerzen im Oberschenkel erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei chronischen Schmerzen im Oberschenkel sind dies:
Information über die Erkrankung
Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika, bei mehr anfallsartigen Schmerzen auch Antiepileptika, Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung bzw. Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
Physiotherapie bei Funktionseinbußen (z.B. Krankengymnastik und Anwendungen)
Evtl. diätetische Maßnahmen (z.B. bei Schmerzen im Rahmen einer diabetischen Polyneuropathie)
Therapeutische Lokalanästhesie (=
Betäubung, Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel) bei Schmerzen im Oberschenkel:
In hartnäckigen Fällen kontinuierliche 3 in 1-Blockade bzw. P lexus lumbal is (= von den vorderen Ästen der Rückenmarksnerven der Lendensegmente L1-4 gebildetes Nervengeflecht) -Blockade mittels N. femoralis-Katheter.
Anhang Methodenbeschreibung
Kontinuierliche Blockade des Nervus
femoralis mit Katheter, bzw. 3 in 1
oder Plexus lumbalis-Blockade:
Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des
Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der
Tiefe den Oberschenkel-Nerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung
des Ner ven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3
Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein.
Anwendungsgebiete: Schmerzen im vorderen Oberschenkel (z.B. nach
Amputation),
Knieschmerzen
(Arthrose
usw.) und zum Teil
Unterschenkelschmerzen (vorderer und innerer Anteil).
Gegen Schmerzen im Oberschenkel
an Innen- und Außenseite (Meralg ia paraest hetica)
kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog.
3 in 1-Block oder die Plexus lumbalis-Blockade): Wenn man die Menge
der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des
Einspritzens den Oberschenkel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben
getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Ner ven, die die
genannten Körpergebiete versorgen.
Das
örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die
grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der
Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen
möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche
Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser
Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven
betroffen sind, woraus
eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund,
warum diese Behandlungsmethode besonders bei
Schmerzen, die auf eine
verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse
zurückzuführen sind, hilfreich ist.
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Zu diesem Wahlrecht gibt es mittlerweile auch ein Urteil des hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR 2/05):Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen. (Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten. Eine Revision gegen die Entscheidung ließ das Gericht erst gar nicht zu).
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